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Karriere mit Köpfchen und Können

Das Handwerk gilt als bodenstän dig - doch seine Karrierewege sind vielfältiger denn je. Die Handwerkskammer Stuttgart kennt fünf Wege nach oben mit einer Weiterbildung im Handwerk.

Karriere mit Köpfchen und Können

Der Meistertitel ist die wohl bekannteste Weiterbildung im Handwerk. Doch es gibt noch mehrere andere Wege, wie man Karriere machen kann. Foto: stock.adobe/Lothar Drechsel

Wer eine Ausbildung abgeschlossen hat, muss nicht stehenbleiben. Im Gegenteil: Weiterbildung ist im Handwerk der entscheidende Hebel für Aufstieg, Spezialisierung und bessere Verdienstchancen. Technischer Fortschritt, neue gesetzliche Vorgaben und steigende Anforderungen zwingen Betriebe wie Beschäftigte, sich ständig weiterzuentwickeln. „Lebenslanges Lernen“ ist hier keine Floskel, sondern Voraussetzung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Ratgeber der Bildungsakademie der Handwerkskammer Stuttgart nennt fünf zentrale Wege, die besonders häufig zum beruflichen Aufstieg führen. Diese Optionen lassen sich klar strukturieren.

1. Fachmann/Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung (HwO)
Diese Weiterbildung richtet sich vor allem an technisch ausgebildete Handwerker, die betriebswirtschaftliches Wissen erwerben wollen. Sie gilt als Einstieg in die höhere Berufsbildung und bereitet auf erste Führungsaufgaben vor. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Rechnungswesen, Personalführung und Marktpositionierung. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Abläufe eines Betriebs zu verstehen und mitzugestalten. Voraussetzungen:
- Abgeschlossene handwerkliche Berufsausbildung, Interesse an kaufmännischen Zusammenhängen
- Erste Berufserfahrung von Vorteil

2. Meisterprüfung
Der Meisterbrief ist der bekannteste Aufstiegsabschluss im Handwerk – und oft der entscheidende Schritt zur Selbstständigkeit. Wer ihn erwirbt, darf einen Betrieb führen und Lehrlinge ausbilden. Die Weiterbildung umfasst fachliche, betriebswirtschaftliche und pädagogische Inhalte. Sie gilt als umfassende Qualifikation für Führungsaufgaben im Handwerk. Zugleich eröffnet der Meistertitel neue Perspektiven: mehr Verantwortung, bessere Einkommenschancen und größere Unabhängigkeit. Voraussetzungen: Abgeschlossene Berufsausbildung im Handwerk – Berufspraxis – Teilnahme an Vorbereitungskursen (üblich)

3. Geprüfter Techniker
Die Weiterbildung zum Techniker richtet sich an Fachkräfte, die ihre technischen Kenntnisse vertiefen wollen. Sie bewegen sich später häufig an der Schnittstelle zwischen praktischer Arbeit und Planung. Typische Aufgaben sind Organisation, Projektleitung oder Qualitätskontrolle. Damit übernehmen Techniker oft Verantwortung im mittleren Management eines Betriebs. Voraussetzungen:
- Abgeschlossene Berufsausbildung
- Mehrjährige Berufserfahrung Je nach Schule: Aufnahmeverfahren

4. Geprüfter Fachwirt
Der Fachwirt verbindet handwerkliche Praxis mit betriebswirtschaftlichem Denken. Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die stärker in organisatorische und leitende Funktionen hineinwachsen möchten. Im Fokus stehen Unternehmensführung, Personalmanagement und wirtschaftliche Zusammenhänge. Absolventen übernehmen häufig Führungsaufgaben oder unterstützen die Geschäftsleitung. Voraussetzungen:
- Berufsausbildung im Handwerk oder verwandtem Bereich
- Berufserfahrung
- Teilweise zusätzliche Qualifikationen

5. Geprüfter Betriebswirt (HwO) 
Der Betriebswirt stellt eine der höchsten Qualifikationen im Handwerk dar. Er baut auf vorherigen Abschlüssen auf und vertieft das Wissen in Unternehmensführung und Strategie. Die Weiterbildung bereitet gezielt auf leitende Positionen oder die Führung eines eigenen Betriebs vor. Themen sind unter anderem Investitionsplanung, Marketing und Unternehmensentwicklung. Voraussetzungen:
- In der Regel Meisterprüfung oder Fachwirtabschluss Mehrjährige Berufserfahrung Bereitschaft zur intensiven Weiterbildung Die genannten fünf Wege zeigen, dass Karriere im Handwerk heute nicht mehr linear verläuft. Neben dem klassischen Weg zum Meister existieren mehrere Alternativen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen: technisch, kaufmännisch oder strategisch. Allen gemeinsam ist ein Ziel: bessere berufliche Perspektiven. Wer sich weiterbildet, erhöht damit seine Chancen auf höhere Einkommen, verantwortungsvollere Aufgaben und sichere Beschäftigung. Zudem sinkt mit steigender Qualifikation häufig die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Ein weiterer, bedeutender Aspekt
- so betont die Bildungsakademie der Handwerkskammer
- ist die Anpassungsfähigkeit. Neue Technologien, etwa in der Energie- oder Gebäudetechnik, verändern viele Berufe grundlegend. Weiterbildung sorgt dafür, dass Fachkräfte Schritt halten. red

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Diese Fördermittel gibt es

Um den beruflichen Aufstieg zu erleichtern, gibt es verschiedene Förderprogramme. Sie richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und verfolgen jeweils eigene Schwerpunkte.

Wer sich im Handwerk weiterbilden will, muss Zeit investieren und oft auch viel Geld. Gleichzeitig wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Förderprogramme für unterschiedliche Zielgruppen verfolgen jeweils eigene Schwerpunkte. Ein Überblick in der Reihenfolge der wichtigsten Programme.

1. Das Aufstiegs-BAföG
Das Aufstiegs-BAföG ist die bekannteste Förderung für die berufliche Weiterbildung im Handwerk. Es richtet sich an Fachkräfte, die etwa einen Meisterabschluss anstreben. Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie der Lebensunterhalt. Die Förderung besteht aus Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen, die teilweise erlassen werden können. Das Programm unterstützt gezielt den beruflichen Aufstieg und die Übernahme von Verantwortung im Betrieb.
www.aufstiegs-bafoeg.de

2. Die Bildungsprämie
Die Bildungsprämie richtet sich an Erwerbstätige mit geringerem Einkommen. Sie gewährt einen Zuschuss zu den Weiterbildungskosten. Voraussetzung ist eine vorherige Beratung. Die Förderung ist einkommensabhängig. Sie soll den Zugang zu Weiterbildung breiter öffnen.
www.bifw.de/foerderprogramme/bildungspraemie/index.html

Meisterprämie 3. ist 2 1 Die Meisterprämie ist eine zusätzliche finanzielle Anerkennung für bestandene Meisterprüfungen. Sie wird einmalig nach erfolgreichem Abschluss ausgezahlt. Die Höhe variiert je nach Bundesland, in Baden-Württemberg liegt sie bei 1500 Euro. Ziel ist 1 es, den Meisterabschluss attraktiver zu machen. Die Prämie wirkt als direkter Anreiz für die höhere Berufsbildung im Handwerk.
www.hwk-stuttgart.de/artikel/meisterpraemie-hier-koennen-sie-sie-beantragen1 67,0,1997.html

4. Bildungsgutschein 
Der Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit richtet sich vor allem an Arbeitsuchende. Er übernimmt die Kosten für Weiterbildungen oder Umschulungen vollständig. Auch zusätzliche Kosten wie Fahrten können übernommen werden. Voraussetzung ist, dass sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Das Instrument erleichtert den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Beruf.
www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein

5. Weiterbildungsstipendium 
Der Weiterbildungsstipendium richtet sich an besonders engagierte junge Fachkräfte. Gefördert werden fachliche und überfachliche Weiterbildungen. Möglich sind Zuschüsse von mehreren tausend Euro über mehrere Jahre. Voraussetzung sind sehr gute Leistungen in der Ausbildung. Das Programm soll leistungsstarke Nachwuchskräfte im Handwerk gezielt fördern.
www.bia-stuttgart.de/weiterbildungsstipendium-fuer-ueberdurchschnittliche-leistungen/

6. Förderung der Weiterbildung von Beschäftigten: Weiter. Bildung!
Auch Beschäftigte können gefördert werden, wenn sie sich weiterqualifizieren. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt einen Teil der Lehrgangskosten. Zusätzlich können Zuschüsse zum Arbeitsentgelt gewährt werden. Kleine Betriebe profitieren besonders von hohen Förderquoten. Das Programm unterstützt Unternehmen dabei, ihre Mitarbeitenden fit für neue Aufgaben zu machen. red 
 → www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanf ziell/foerderung-von-weiterbildung