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Gemeinsam Kultur erleben

Kathrin Wegehaupt ist die neue Geschäftsführerin der Kulturgemeinschaft. Deren Grundideen sind für sie auch nach 100 Jahren unverändert aktuell: Sie möchte Menschen im Zeichen der Kultur zusammenbringen. Themen wie Teilhabe, Diversität und Inklusion kommen hinzu.

Gemeinsam Kultur erleben

Kathrin Wegehaupt. Foto: Christina Neidenbach

Was Kultur kann? „Sehr viel“, findet Kathrin Wegehaupt, die neue Geschäftsführerin der Kulturgemeinschaft.„Sie ist Teil des gemeinsamen Lebens. Sie kann mich mit anderen Menschen verbinden und im besten Fall zur Auseinandersetzung anregen - mit mir selbst, aber auch mit anderen und mit der Gesellschaft.“ Dass das gemeinschaftliche Erleben dabei einen besonderen Stellenwert besitzt, das hört das Team der Kulturgemeinschaft immer wieder. Nicht selten, weiß Wegehaupt, sind die Abotermine für die Mitglieder der Kulturgemeinschaft ein wichtiger Ankerpunkt im Alltag, an dem man sich regelmäßig mit Freundinnen und Freunden trifft oder eine Auszeit mit seinem Lieblingsmenschen nimmt. Die Abonnement-Varianten sind zahlreich, dennoch treffen sich oft dieselben Menschen immer wieder und kommen auch in Kontakt. So haben sich über die Jahre Freundschaften entwickelt. Gerade auch bei den Veranstaltungen im Bereich Bildende Kunst findet ein reger Austausch zwischen den Teilnehmenden statt, die sich vorher nicht unbedingt gekannt haben - ganz gleich, ob es eine Führung ist, ein Kunsterlebnis, ein ganzer Tag oder sogar eine komplette Reise.

„Mit anderen Menschen und Ideen in Kontakt zu kommen, das ist für mich etwas zutiefst Demokratisches“, sagt Kathrin Wegehaupt. Und das ist etwas, das die Kulturgemeinschaft einfach macht. Sie erleichtert durch die Vielfalt und den individuellen Zuschnitt ihrer Abos Menschen den Zugang zu ganz verschiedenartigen kulturellen Angeboten, umgekehrt unterstützt die Kulturgemeinschaft durch ihre Kartenkontingente viele Kulturschaffende, die auf diese Weise eine größere Planungssicherheit erlangen. „Wir bringen die Menschen zu den Angeboten und die Angebote zu den Menschen“, fasst sie mit einem Lächeln zusammen. Nicht zuletzt leistet die Kulturgemeinschaft mit ihren Stadtführungen auch einen Beitrag für die Stadtgesellschaft.

Dass die Kulturgemeinschaft vor 100 Jahren aus dem Gedanken der Arbeiterbildungsbewegung heraus entstanden ist, um Menschen aller sozialen Schichten den Zugang zu kulturellen Angeboten leichter zu machen, findet sie spannend. Kathrin Wegehaupt kommt aus dem soziokulturellen Bereich und war viele Jahre Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin des Kkt in Bad Cannstatt. Sie kann sich gut vorstellen, das, was die Kulturgemeinschaft seit 100 Jahren ausmacht, für die nächsten 100 Jahre weiterzuentwickeln. Eine wichtige Rolle spielt für sie dabei der Gedanke der Teilhabe, der, wie sie findet, viel mit den Möglichkeiten zur Teilnahme an Veranstaltungen zu tun hat. Es geht dabei um Themen wie Diversität und Inklusion, die im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs an Bedeutung gewinnen.

Die perfekte Gelegenheit, die Kulturgemeinschaft kennenzulernen, ist jetzt im September, wenn das 100-jährige Bestehen gefeiert wird, und zwar gleich mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen (siehe unten stehender Artikel). Welche Vielfalt und Bandbreite es an Abos gibt, das verrät ein Blick in das aktuelle Jahresprogramm. Und weil bei so vielen Möglichkeiten manchen vielleicht die Wahl schwerfällt, gehört es von jeher zum Service der Kulturgemeinschaft, im persönlichen Gespräch genau das Richtige für sich zu finden. Dabei sind neben Inhalten auch praktische Erwägungen ein Thema.


Musikalische Weggefährten

Im Gründungsjahr der Kulturgemeinschaft, 1924, beginnt auch die Geschichte der Stuttgarter Philharmoniker. Sie feiern ebenfalls im September ihren runden Geburtstag - den Festakt zum Doppeljubiläum am 20. September um 19 Uhr in der Liederhalle gestalten beide Institutionen gemeinsam. Schon seit 1951 arbeiten sie regelmäßig zusammen. Dass das Orchester die Musik beisteuert, versteht sich von selbst. Solist am Flügel ist an diesem Abend Fabio Martino, Andrey Boreyko dirigiert.

Im Herbst laden die Stuttgarter Philharmoniker dann zu zwei neuen Konzertformaten mit dem Forum der Kulturen Stuttgart (26. und 27. September) ins Gustav-Siegle-Haus ein; außerdem laden sie hier, an ihrer Heimstatt, am 28. September alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. Eine Ausstellung zur Geschichte der Stuttgarter Philharmoniker gibt es im Stadt Palais im Oktober; erzählt wird mit Texten, Bildern und Tönen, auch Interaktion, Live-Musik, Probensituation und Führungen gehören dazu. Die Uraufführung des Kinderkonzertprogramms „Pünktchen und Anton“ im Dezember bildet den Abschluss des ereignisreichen Jahres.                                     red