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Zwei Tage Ausnahmezustand am Neckar beim Kessel Festival

Popstars, Nachwuchsbands, Mitmachsport, Straßenmusik und Familienprogramm verwandeln den Cannstatter Wasen Ende Juni in eine große Erlebnisfläche für Besucher aus der Region.

Zwei Tage Ausnahmezustand am Neckar beim Kessel Festival

Fotos: Veranstalter

Wenn am letzten Juni-Wochenende wieder zwei Tage lang unterschiedlichste Musik über den Cannstatter Wasen klingt, geht es längst um mehr als nur Konzerte. Das Kessel-Festival hat sich in wenigen Jahren einen festen Platz im Stuttgarter Sommer erarbeitet – nicht allein wegen großer Namen auf den Bühnen, sondern auch wegen seines ungewöhnlich breiten Programms: Musik, Sport, Kultur und Familienangebote liegen dicht nebeneinander. Genau diese Mischung zieht am 26. und 27. Juni erfahrungsgemäß Zehntausende Besucherinnen und Besucher an den Neckar.

Das Zentrum bleibt die große Festivalbühne. Dort treffen etablierte Acts auf jüngere Künstlerinnen und Künstler. Mit Nina Chuba kommt eine der derzeit erfolgreichsten deutschen Popmusikerinnen nach Stuttgart. Seit ihrem Durchbruch mit „Wildberry Lillet“ bewegt sie sich souverän zwischen Pop, Rap und elektronischen Sounds. Ihre Tourneen sind regelmäßig ausverkauft, auf dem Kessel Festival spielt sie 2026 eine exklusive Festivalshow. Wilder geht es bei SDP zu. Das Berliner Duo verbindet Rap, Rock und Elektro zu einer Liveshow, die weniger auf feine Zwischentöne setzt als auf maximale Energie. Seit Jahren gehören SDP zu den festen Größen der deutschen Festivalszene.

Mit Juli steht außerdem eine Band auf dem Programm, die Anfang der 2000er-Jahre den deutschsprachigen Pop entscheidend geprägt hat. Songs wie „Die perfekte Welle“ oder „Geile Zeit“ gehören inzwischen zum kollektiven Soundtrack vieler Festivalbesucher. Dazu kommt mit The Lottery Winners britischer Indie-Pop aus Manchester. Die Band arbeitete sich über Jahre durch kleine Clubs, bevor der größere Erfolg kam. Heute spielen die Musiker auf internationalen Festivalbühnen. Auch Hip-Hop bekommt seinen Platz. Der Berliner Künstler $oho Bani verbindet Rap mit Indie- und Rockeinflüssen und steht für eine Generation von Musikern, die stilistische Grenzen kaum noch akzeptiert. Den Auftakt auf der Hauptbühne übernimmt die Stuttgarter Band Sokae. Das Punkrock-Trio hatte im vergangenen Jahr den ALWA-Newcomer-Bandcontest gewonnen und eröffnet nun das Festival.

Unternehmen aus der Region

Überhaupt setzt das Kessel-Festival seit Jahren bewusst auf Nachwuchsförderung. Beim Bandcontest „Rock den Kessel“ spielen fünf junge Acts um einen Auftritt auf der Hauptbühne im kommenden Jahr. Ergänzt wird das Programm durch eine Vielzahl an DJs und die Newcomer- und Kulturbühne, auf der sich junge Künstlerinnen und Künstler aus Pop, Rap, Indie und elektronischer Musik präsentieren können.

Sportevent trifft auf Straßenmusik

Parallel zu den Konzerten entsteht im Sparda-Sportpark ein großes Mitmach- und Showprogramm. Dort kann man Sportarten ausprobieren und erfahrene Athletinnen und Athleten erleben. Basketball, Beachvolleyball, Handball, Tennis, Eishockey und Wassersport gehören ebenso dazu wie Angebote für Kinder und Familien. Neu im Programm ist Australian Football, auch Footy genannt. Die Stuttgart Giants aus Feuerbach stellen den in Australien populären Sport vor und laden zu offenen Trainings ein. Wer lieber klassischen Football testen möchte, kann sich bei den Stuttgart Silver Arrows im Passen und Kicken versuchen.

Besonders spektakulär dürften die Slackline-Wettbewerbe werden. Bei den GIBBON GAMES zeigt die internationale Szene Tricks, Sprünge und Drehungen mehrere Meter über dem Boden. Ergänzt wird das Ganze durch Mitmachaktionen und offene Challenges für Besucherinnen und Besucher. Ebenfalls neu sind die „Breaking Battle Series“ am Samstag, bei denen Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Deutschland im direkten Duell gegeneinander antreten. Auch Familien finden auf dem Gelände zahlreiche Angebote: Mitmachzirkus, Kreativbereiche, Bewegungsparcours und Workshops sorgen dafür, dass das Festival bewusst generationenübergreifend angelegt ist.

Neu ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Straßenmusikfestival Ludwigsburg. Erstmals zieht ein Teil des Festivals vom Blühenden Barock auf den Cannstatter Wasen um. Auf einer eigenen Bühne treten Bands auf, die bereits eine Woche zuvor in Ludwigsburg gespielt haben. Statt großer Inszenierung steht dort die unmittelbare Atmosphäre klassischer Straßenmusik im Mittelpunkt.

Dazu kommen der Übermorgen-Markt mit nachhaltigen Projekten, das Junge Weindorf und zahlreiche gastronomische Angebote. Gerade diese Mischung hat das Kessel-Festival in kurzer Zeit zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender gemacht – irgendwo zwischen Musikfestival, Sportevent und Sommerfest. red


Acts auf der Hauptbühne

Freitag, 26. Juni:
16 Uhr: Sokae
17 Uhr: Carli
18.45 Uhr: Lottery Winners
20.30 Uhr: Nina Chuba

Samstag, 27. Juni:
 13 Uhr: Aaron
15 Uhr: Tiffany Aris
17 Uhr: Juli
19 Uhr: Soho Bani
20.45 Uhr: SDP