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Sheep Dreams: Mit Lamm- und Rentierfell Vereine fördern

"Sheep Dreams" bietet Lammfellprodukte aus europäischer Herstellung. Neues Ladengeschäft in Untertürkheim, familiäre Wurzeln, soziales Engagement und nachhaltiges Netzwerk in Europa.

Sheep Dreams: Mit Lamm- und Rentierfell Vereine fördern

Michal Borowicz hinter seinem Schaufenster: Er freut sich auf die offizielle Geschäftseröffnung beim Flegga-Treff. Foto: Jürgen Brand

„Sheep Dreams“ ist in Untertürkheim inzwischen bekannt. Gerade an kälteren Tagen halten die Produkte aus Lammfell warm, sind Natur pur. Inzwischen ist das Ladengeschäft sozusagen in die erste Reihe der Widdersteinstraße umgezogen. Die bessere Sichtbarkeit hat die Kundenfrequenz deutlich erhöht, was sich auch auf die Verkaufszahlen positiv auswirkt. Mit der Gemeinnützigkeit hat es zwar nicht geklappt, aber Gründer Michal Borowizc hat jetzt eine andere Unternehmensform gefunden, die es ihm auch ermöglicht, andere zu unterstützen. Die offizielle Eröffnung des neuen Ladengeschäfts wird beim Flegga-Treff gefeiert.

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Manchmal lernen Söhne das, was ihr Vater und Großvater einst gemacht haben, im Laufe ihres Lebens ganz neu schätzen – und setzen dann selbst die Tradition fort. Der Großvater von Michal Borowicz war einst Schäfer, sein Vater hat in seiner Gerberei in Zakopane in Polen Lammfelle gegerbt. Die beiden kannten und kennen Menschen aus der Branche in ganz Europa, das Netzwerk ist grenzüberschreitend nachhaltig. Michal Borowicz, der mit seiner Frau 2008 nach Deutschland kam, ist Maschinenbauingenieur, beide arbeiten in Vollzeit, er in Sindelfingen, sie in Zuffenhausen.

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Mit dem Fell im Kinderwagen fing es an

Als ihre erste Tochter Lena auf die Welt kam – inzwischen haben sie drei Kinder-suchten die jungen Eltern nach einer wärmenden und weichen Lammfell-Einlage für den Kinderwagen. Sie fanden aber nichts Passendes. Also besannen sie sich auf die Familientradition, gestalteten selbst eine Einlage und ließen sie mit Hilfe ihrer Familie in Polen nähen. „So entstand unser erstes eigenes Produkt“, erzählt Michal Borowicz. Und so entstand Sheep Dreams. „Mein Vater und ich haben gemeinsam jahrzehntelange Erfahrungen auf diesem Gebiet und möchten unsere Begeisterung für Lammfelle im besten Falle auf die nächste Generation übertragen.“

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Zum Angebot gehören inzwischen neben der Lammfell-Einlage das klassische Babyfell, Hausschuhe, Lammfell-Sitzkissen, eine Wärmflasche mit Lammfellbezug und, als Zubehör für die Pflege, eine Lammfellbürste und noch so manches mehr. Der Laden ist dienstags und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags von 9.30 bis 13.00 Uhr. Online werden die Produkte auch vertrieben. Seinem neuen Vermieter ist Borowicz ausgesprochen dankbar, hat dieser doch sogar einige Monate auf „Sheep Dreams“ gewartet, weil der Mietvertrag für den bisherigen Laden noch so lange lief. Aber die Idee hat ihn überzeugt.

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Das Netzwerk von Sheep Dreams reicht quer über Europa von Spanien bis Schweden. Foto: Jürgen Brand
Das Netzwerk von Sheep Dreams reicht quer über Europa von Spanien bis Schweden. Foto: Jürgen Brand

Für Borowicz und seine Frau ist eins klar: Die Familie geht immer vor, Sheep Dreams darf nicht zu viel von der Familienzeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist die ganze Familie aber auch vielfältig engagiert und aktiv: Borowicz selbst war Fußballtrainer beim TB Untertürkheim, sein Sohn spielt dort, seine eine Tochter ist im Schwimmverein, die andere tanzt bei Kids Dance in Esslingen. Egal in welchem Verein, sie stoßen immer wieder auf das gleiche Problem: „Überall fehlt Geld.“

Genau das ist eigentlich die Grundidee von Sheep Dreams. Mit den Verkaufserlösen sollen Vereine und andere Einrichtungen im Stadtbezirk und auch darüber hinaus unterstützt werden. Beste Voraussetzung also eigentlich für ein gemeinnütziges Unternehmen – sollte man meinen. Borowicz wollte eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft gründen, also eine gUG, aber das Finanzamt machte nicht mit und erkannte die Gemeinnützigkeit wegen des Wirtschaftsbetriebs nicht an. Das wiederum führte dazu, dass die Umsätze zum Familieneinkommen dazugerechnet und entsprechend hoch versteuert werden mussten. Um das künftig zu vermeiden und so mehr Geld für die Vereine zur Verfügung zu haben, läuft gerade die Gründung einer ganz normalen Unternehmergesellschaft (UG). Dadurch sind Unternehmen und Familieneinkommen künftig strikt getrennt und die Gewinne der UG werden durch die Spenden an Vereine entsprechend minimiert.

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Alles „Made in Europe“

„Unser Ziel ist unverändert, mit den Erlösen die heimischen Vereine zu unterstützen“, sagt Borowicz. So konnte er dem TB Untertürkheim schon zu zwei Sätzen Trikots für die jüngsten Nachwuchsmannschaften verhelfen. Weitere sollen folgen, auch die Schwimmerinnen und Schwimmer vom VfL bekommen schon einen kleinen Unterstützungsbeitrag.

Die Liefer- und Produktionskette von Sheep Dreams wird gleich bleiben, alles „Made in Europe“. Die Merino-Lammfelle kommen aus der Ortschaft Andorra in Spanien, gegerbt und genäht wird in Polen, auch die Mutter von Michal Borowicz hilft mit. Noch relativ neu ist die Kooperation mit einer Sami-Organisation in Nordschweden, für die unter anderem auch schon Rentierfelle in Polen gegerbt wurden.

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Beim Flegga-Treff werden Michal Borowicz und seine Familie gerne mehr über „Sheep Dreams“, die Gerberei und sein Netzwerk quer über Europa von Spanien bis Schweden erzählen. Borowicz: „Mit dieser Initiative möchten wir die Welt ein bisschen besser machen.“

Von Jürgen Brand