Valentinstag - Geschenke für die Liebsten

Geht Romantik auf Knopfdruck?

Am Tag der Verliebten zählt das Zusammensein

07. Februar 2020 - 07:00 Uhr
14. Februar – ein Tag für Verliebte. Foto: dpa/Jens Kalaene
14. Februar – ein Tag für Verliebte. Foto: dpa/Jens Kalaene
Doch was können Verliebte tun, wenn ausgerechnet am 14. Februar die Stimmung mies ist? Tipps von einer Paartherapeutin, wie man den Valentinstag rettet, bevor er losgeht. 

Romantik, Liebe, ein Meer aus roten Rosen: So wird der Valentinstag oft dargestellt. Doch die Realität sieht bei vielen Paaren anders aus. Romantik auf Knopfdruck, kann das überhaupt funktionieren? 

„Sicher nicht“, meint die Paartherapeutin Annette Gralke aus Düsseldorf. Der Valentinstag könne aber als eine Erinnerung daran dienen, der Romantik Platz einzuräumen: „Das Zusammensein in den Mittelpunkt rücken, das ist als Geste ganz wichtig.“

Gralke rät, mit einem guten Frühstück zu beginnen: „Dann hat man den Tag gerettet, bevor er losgeht.“ Und danach? „Gegenseitige Massagen und kleine Geschenke, das ist immer für die Stimmung gut.“ Um nicht mit einem schlechten Geschenk die Stimmung zu vermiesen, könnten Paare einfach gemeinsam auf Geschenksuche gehen. Oder sich zum Beispiel gegenseitig zum Essen einladen.

Und wenn doch Ärger in der Luft liegt? Am Valentinstag dürfe es auch knallen: „Streit gehört zu einer guten Beziehung dazu“, sagt Gralke. Er sei häufig „ein Zeichen, das noch etwas lebt in der Beziehung“.
 
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VALENTINSTAG: MAN DARF AUCH STREITEN

Besonders aber rät die Psychologin Paaren, sich einfach mal für einen Tag rauszuziehen. Handy aus, Klingel aus und den Tag nur zu zweit verbringen: „Solche Erfahrungen sind heute relativ selten, weil immer mehr elektronische Medien unsere Zeit fressen.“ Sich gegenseitig Zeit füreinander zu schenken, sei darum ein besonders wertvolles Gut.

Was aber, wenn der Partner streikt und sich dem Tag verweigert? Kein Grund zu verzweifeln, meint Gralke. Ein Zeichen mangelnder Liebe sei das häufig nicht. Viele Menschen würden in eine Abwehrhaltung gehen, weil sie sich mit den Anforderungen, die ein Tag wie der 14. Februar mit sich bringt, überfordert fühlen. Eine ehrliche Kommunikation über Bedürfnisse sei darum hilfreich.

Eine Pflicht zum Feiern gibt es nicht: „Es kann genauso ein Zeichen von Liebe sein, sich an dem Tag nichts zu schenken.“ Auch damit drückten Paare aus, dass sie eine tiefe Gemeinschaft hätten und keinen von außen bestimmten Anlass brauchen, um sich die gegenseitige Liebe zu beweisen.

KEINE PFLICHT ZU FEIERN

Um aber ganz sicher zu sein, dass beide Partner die gleichen Vorstellungen und Ansprüche haben, rät die Therapeutin auch hier zu ehrlicher Kommunikation. Paare sollten sich also klar darüber verständigen, wie der Tag verbracht werden soll. Denn: „Wenn Erwartungen enttäuscht werden, kann das ziemlich verletzend sein.“ dpa

Liebesbeweis

Rosen sind am Valentinstag besonders beliebt, aber auch teuer. Die Nachfrage muss mit Importen aus dem Ausland bedient werden – das ist nicht umweltschonend. Schnittrosen kommen für den Tag meist aus Kenia, Äthiopien, Kolumbien und Ecuador und sind mit großen Transportwegen und entsprechend hohen CO2-Emissionen verbunden.

Dabei gibt es Mitte Februar schon heimische Alternativen: Die ersten Frühblüher wie Tulpen, Narzissen, Ranunkeln und Anemonen finden sich im Handel. Sie werden laut dem Bundesverband Einzelhandelsgärtner in Gewächshäusern der Region vorgezogen.

Ein langlebigeres Geschenk ist natürlich auch nachhaltiger. Wie wäre es mit einer Topfpflanze? dpa
   
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