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Auf was man jetzt achten sollte

Gärtnern ist für viele ein Hobby, das sie nicht mehr missen wollen. Foto: Colourbox
Gärtnern ist für viele ein Hobby, das sie nicht mehr missen wollen. Foto: Colourbox

Frühlingszeit heißt Gartenzeit. Sei es im eigenen Garten, im Kleingarten oder auch auf Balkon oder Terrasse - es gibt viel zu tun und mit der Planung sollte spätestens jetzt begonnen werden. Corinna Hölzel, Pestizidexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), hat nützliche Tipps parat: „Der Frühling steht in den Startlöchern und die neue Gartensaison beginnt. Unser Plädoyer an alle Gärtnerinnen und Gärtner: Denken Sie daran, insektenfreundlich zu gärtnern.“ Zuerst müssen die Beete und Balkonkästen vorbereitet werden. Den Boden lockern und alte und neue Wildkräuter herauszupfen.

Verblühte Stängel ruhig stehen lassen

Der Boden soll fein krümelig und glatt geharkt sein, bevor neue Pflanzen gesetzt oder ausgesät werden. Verblühte Stängel vom Vorjahr sollten jedoch so lange wie möglich stehen bleiben, denn hier haben vielleicht Insekten überwintert. Idealerweise entfernt man sie auf dem Frühblüherbeet eher, um Platz zu machen und auf anderen Beeten erst, wenn es Zeit für die neue Saat ist.

Wildkräuter werden gejätet, gegen ungewollte Insekten helfen Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen. Mit pflanzlichen Stärkungsmitteln wie zum Beispiel Brühen oder Jauchen aus Rainfarn, Brennnessel, Schachtelhalm, Beinwell oder Schafgarbe hilft man seinen Kulturpflanzen, gesund zu bleiben. „Kleingärten, Privatgärten und kommunale Grünflächen sind mit ihrer Biodiversität Teil des deutschen Kulturerbes und haben enormes Potenzial für Lebensräume für Insekten, sofern sie pestizidfrei und naturnah bewirtschaftet werden“, führt die BUND-Expertin weiter aus.

Unternehmen aus der Region

Der Herbst ist zwar der ideale Zeitpunkt neue Obstbäume oder Beerensträucher zu pflanzen, aber es geht auch noch gut im Frühjahr. In die Pflanzgrube sollte Komposterde hinein. Eine Mulchdecke rund um die frisch gepflanzten Bäume und Sträucher ist hilfreich.

Hölzel weiter: „Ab April können dann Kartoffeln in die Erde gelegt werden. Dafür eignen sich auch Bio-Kartoffeln aus der Küche, die schon zu keimen begonnen haben. Gärtnereien bieten Kohlrabi, Blumenkohl und Salat an. Säen kann man jetzt zum Beispiel Rettich, Radieschen, Möhren, Mangold, Erbsen und Rote Beete. Knoblauchzehen können überall dort in die Erde gesteckt werden, wo noch ein bisschen Platz ist.“

Mit Basilikum sollte man noch warten

Im März und April ist es außerdem Zeit zum Vorziehen von Pflanzen auf der warmen Fensterbank: Sommerblumen, Paprika, Auberginen und Tomaten brauchen viel Sonne und mehr als nur frühlingshafte Temperaturen. Viele Blumensamen wie Ringelblumen, Tagetes, Trichtermalven, Wicken oder Kapuzinerkresse können im April direkt ins Freiland gesät werden. Gerne auch auf den Grünstreifen vor dem Haus oder rund um die Baumscheibe herum.

Auch Balkone können jetzt bepflanzt und gepflegt werden, dazu Corinna Hölzel: „Widerstandsfähige Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Dill, Rucola und Kümmel können bei milden Temperaturen ab März schon im Freien ausgesät werden. Basilikum hingegen mag Wärme, damit sollte noch gewartet werden. Die überwinternden Pflanzen und Kübelpflanzen können umgetopft und zurückgeschnitten werden und dürfen jetzt wieder das Tageslicht genießen.“

Lieber torffreie Blumenerde kaufen

Achtung beim Umpflanzen und Neupflanzen in Balkonkästen:„Verzichten Sie auf Torf und kaufen Sie nur torffreie Blumenerde. Ein Großteil aller Jungpflanzen wird auf Torf vorgezogen. Beim Torfabbau verschwinden jedoch einzigartige Ökosysteme und der im Torf gespeicherte Kohlenstoff gelangt als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre.“
pm


Dank Gärtnern körperlich fit bleiben

Schneiden, umgraben, einpflanzen: Arbeitet man im Garten, macht man eine Vielzahl unterschiedlicher Bewegungen. Das trainiert zahlreiche Muskelgruppen, darunter auch die Muskulatur in Bauch und Rücken. Ist sie gestärkt, gewinnt die Wirbelsäule an Stabilität - und das schützt vor Rückenschmerzen. Gartenarbeit zahlt der DGOU zufolge auch auf die Haltung ein: Viele Bewegungsabläufe beim Gärtnern helfen dabei, einseitige muskuläre Belastungen auszugleichen, die sich im Alltag zum Beispiel durch langes Sitzen einschleichen. Und auch die Gelenke bleiben durch regelmäßiges Werkeln im Grünen beweglich, das kann ebenso Beschwerden vorbeugen.

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Doch wie immer gilt: in Maßen. Wer zu lange und zu viel im Garten arbeitet, riskiert eine Überlastung von Muskeln und Gelenken, warnt die DGOU. Was außerdem wichtig ist, um keine Überlastung zu riskieren: richtig heben. Müssen schwere Gegenstände wie Blumentöpfe von A nach B, gilt: aus den Knien heraus heben und den Rücken gerade halten. Oder man erspart sich das schwere Heben gleich, indem man die Schubkarre aus dem Schuppen holt.

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Und noch ein Tipp: Gartengeräte nutzen, die einen ausreichend langen Stiel haben. So kann man langes Knien und Bücken umgehen, was Kniegelenke und Wirbelsäule gar nicht gern mögen.
dpa