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Draußen wird es wohnlich

Die Sonnenstrahlen wecken Vorfreude auf die Outdoor-Saison. Mit bequemen Loungemöbeln werden Balkon, Terrasse oder Garten zum Freiluftwohnbereich.

Draußen wird es wohnlich

Im Sommer die perfekte Ergänzung zum Wohnbereich: Outdoor-Küche und überdachte Essplätze (oben und unten). Fotos: Stock.Adobe/fotoak80/Imago

Von Brigitte Bonder

Endlich! Endlich! Das Leben verlagert sich wieder ins Freie. Wir machen es uns draußen gemütlich sei es auf dem kleinen Balkon oder der großzügigen Terrasse. „Die Bedeutung des Außenbereichs nimmt zu, da der Aufenthalt im Freien immer mehr geschätzt wird“, erklärt Christine Scharrenbroch vom Verband der Deutschen Möbelindustrie e. V. Viele Menschen betrachten Terrasse und Garten inzwischen als zusätzlichen Raum. Somit wird der Außenbereich immer komfortabler und wohnlicher, die Terrassenmöbel lassen sich kaum noch von der Einrichtung im Innenbereich unterscheiden. Häufig werden - sofern Platz vorhanden - zwei Bereiche gestaltet: Ein Essplatz mit ausziehbarem Tisch samt komfortablen Stühlen zur Bewirtung von Familie und Gästen sowie ein Loungebereich mit kuscheligen Sofas oder breiten Sesseln als gemütlicher Ort der Entspannung.

Hightechfasern, die robust sind

Das Design des Außenbereichs gleicht sich dem der Innenräume immer stärker an und die Möbel für draußen stehen der Einrichtung für die Innenräume in nichts nach. Manches Outdoor-Möbel kann genauso gut im Ess- oder Wohnzimmer stehen und wird zum Herbst hin tatsächlich hereingeholt. Stark im Trend liegen allwettertaugliche, robuste Hightechfasern. Oftmals werden sie als Kordelgeflecht für Stühle, Sessel und Sofas eingesetzt und dabei mit Gestellen aus Aluminium oder Holz kombiniert. „Wie in den Innenräumen sind auch für draußen ruhige, warme Farben wie Cremeweißs, Beige oder Braun beliebt“, zeigt Christine Scharrenbroch aktuelle Trends auf. „Dazu kommen zarte Grau- und Grüntöne sowie ein dunkles Rot.“

Die Sofas und Sessel erhalten immer rundere Formen. Neu im Trend liegen modulare Daybeds, die dank des verstellbaren Kopfteils als Sonnenliege sowie - dann mit Rückenkissen bestückt - auch als Sofa genutzt werden können. Ebenso angesagt sind bequeme Loungebetten und -sessel. „Auch das Thema High Dining, also Hochtische mit passenden Barstühlen, kommt verstärkt“, weiß die Expertin. Darüber hinaus sind bunte, pulverbeschichtete Bistro-Aluminiumstühle, gepolsterte Gartenstühle und Sitzbänke statt Einzelstühlen beliebt. Zur Wohlfühl-Atmosphäre tragen Outdoorteppiche, Sitzsäcke, Lichterketten, Kissen, Decken und schöne Pflanzgefäße bei.

Viel Flexibilität versprechen modulare Konzepte, insbesondere bei wenig Platz. „Für kleine Balkone empfehlen sich klappbare, leichte Möbel“, rät Christine Scharrenbroch. „So lässt sich beispielsweise ein halbrunder Klapptisch direkt an das Balkongeländer stellen und mit zwei Stühlen bestücken.“ Je nach Bedarf kann der Tisch entweder ganz eingeklappt oder - wenn Gäste kommen - auf die doppelte Größe ausgefahren werden.

Nachhaltigkeit immer wichtiger

Bei den Stühlen sollte ebenfalls auf klappbare oder alternativ auf stapelbare Modelle gesetzt werden. So lässt sich der Balkon einfach umräumen, falls andere Dinge wie etwa ein Wäscheständer Platz finden müssen. Als Sitzgelegenheit oder Fußablage bieten sich auch Hocker oder Poufs an. Ob große Terrasse oder kleiner Balkon - das Thema Nachhaltigkeit wird auch bei Outdoormöbeln immer wichtiger. So kommen bei den Outdoorbezügen und Möbeln verstärkt Recyclingmaterialien wie recycelte Kunststoffe zum Einsatz. Zudem gibt es für die Fasergeflechte für Gestelle von Sesseln und Sofas inzwischen Fasern, die fast vollständig aus erneuerbaren pflanzlichen Ressourcen gewonnen werden. Vielfach verwendet wird der nachwachsende Rohstoff Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Kochen im Garten als Erlebnis

Großer Beliebtheit erfreut sich das Kochen unter freiem Himmel. Mit einer wetterfesten und komfortabel ausgestatteten Outdoorküche wird die Zubereitung von Mittag- oder Abendessen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten zum Erlebnis. „Es ist ein großes Vergnügen, mit der Familie oder Freunden an schönen Sommertagen gemeinsam draußen zu kochen und zu speisen“, sagt Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK). „Die Outdoorküche sorgt für kurze Wege beim Grillen und die Gäste können sich jederzeit einbringen. Als vorteilhaft erweisen sich die zusätzliche Arbeitsfläche und der große Stauraum für das Grill-Equipment.“ Genau wie die Einbauküche für drinnen wird auch die Außenküche individuell dem jeweiligen Bedarf und zur Verfügung stehenden Platz angepasst.

Neben einer Wandzeile ist eine frei stehende Kochinsel möglich, bei den Grillgeräten sind sowohl Gasgrills als auch Holzkohlegrills beliebt. Zubehörteile wie Pizzasteine, Drehspieße oder Smokerboxen sorgen für viele weitere Zubereitungsvarianten. Als zusätzliche Kochgeräte kommen Gas- oder Induktionskochfelder, eine Teppanyaki-Platte, eine Induktions-Wok-Platte oder eine Plancha genannte Grillplatte in Frage. Mobile Rollwagen helfen dabei, die Zutaten nach draußen zu bringen und dienen zudem als Beistelltisch neben der Tafel. Und im Hochbeet lassen sich frische Kräuter zum Verfeinern der Speisen zupfen.


Gartenmöbel ohne Chemie reinigen

Grüner Belag verunstaltet die Terrasse, die Gartenstühle sind schmutzig: So werden sie wieder (fast) wie neu

Damit die Terrasse und der Balkon wieder zur Wohlfühloase werden, braucht es keine chemischen Reiniger. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zu umweltfreundlichen Alternativen, wenn eine Grundreinigung nötig ist. Steinfliesen kann man mit einem Hochdruckreiniger säubern, so die Verbraucherschützer. Dafür muss man nicht einmal ein Gerät kaufen. In der Regel gibt es Hochdruckreiniger auch zum Ausleihen. Einfach im Baumarkt oder Gartencenter nachfragen. Wichtig beim Einsatz: Die Herstellerempfehlungen beachten und das Gerät an einer unauffälligen Stelle ausprobieren. Nicht alle Materialien vertragen den harten Wasserstrahl.

Preiswertes Hausmittel

Haben sich auf dem Boden etwa Algen und Moos gebildet, raten die Verbraucherschützer dazu, Waschsoda zu verwenden. Es ist ein preiswertes Hausmittel und umweltfreundlicher als chemische Algenvernichter.
• Drei Esslöffel Speisestärke und 150 Gramm Waschsoda in etwa einem halben Liter Wasser auflösen.
• Die Mischung in fünf Liter kochendes Wasser einrühren, kurz aufkochen lassen.
• Das dickflüssige Mittel kann man dann großzügig auf die grünen Stellen verteilen und einige Stunden einwirken lassen.
• Dann mit Wasser und Bürste oder Besen den Schmutz wegschrubben.
• Wichtig: Wer diese Waschsoda-Lösung einsetzt, sollte Haushaltshandschuhe tragen. Staub kann einen matten Grauschleier auf Holzmöbeln hinterlassen. Um den groben Schmutz loszuwerden, sollte man zunächst den Staub und die Krümel mit einem weichen Bürstenaufsatz des Staubsaugers entfernen. Dazu rät die Initiative Pro Massivholz (IPM). Dann am besten mit einem weichen Baumwolltuch die Möbel nebelfeucht mit Wasser benetzen und abwischen.

Unternehmen aus der Region

Neutrale Seife für Holzflächen

Hartnäckige Flecken auf Holzflächen lassen sich laut IPM mit neutraler Seife, einem Schwamm und wenig Wasser entfernen. Die Seifenrückstände zügig beseitigen und das Holz anschließend mit einem trockenen Baumwolltuch abwischen. Wichtig beim Reinigen: In Richtung der Holzmaserung zu wischen, damit keine Kratzer oder Schlieren entstehen. Zudem sollte man Pfützen oder Wasserlachen auf der Holzoberfläche vermeiden das Putztuch darf also auf keinen Fall komplett durchnässt sein. Denn vergleichbar mit einem Schwamm nimmt Holz Feuchtigkeit auf - da es ein offenporiges Material ist, erklärt IPM.

Übrigens: Auch Holzdielen lassen sich den Verbraucherschützern zufolge mit der Waschsoda-Mischung reinigen. Danach am besten wieder neu ölen - mit Leinöl oder einem umweltfreundlichen Holzöl, erkennbar am„Blauen Engel“. Ölen hilft auch, damit Holzmöbel langfristig wieder glänzen. Am besten behandelt man Holz regelmäßig mit Pflegeprodukten - mindestens einmal im Jahr.               dpa/tmn