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So funktioniert eine stressfreie Partnerschaft zwischen Mensch und Natur

Wie Horst Mager seinen Garten pflegt. Ratschläge, die uns die Arbeit und das Leben erleichtern sollen.

Sieben Tipps für eine partnerschaftliche Mensch-Garten-Beziehung, in der die Natur sich wohl fühlt. 

1 Der Standort bestimmt!

Bei der Auswahl der Pflanzen sind die Standortfaktoren das wichtigste Auswahlkriterium - Licht, Feuchtigkeit, Bodenverhältnisse. Passt der Standort zu den Ansprüchen der Pflanzen, ist alles gut, sonst versetzt man sich in Stress und Sorge. Wollen Sie einen Rosengarten und können nur trockenen Sandboden bieten, dann Finger weg von Englischen Rosen. Nehmen sie Kartoffelrosen, Hundsrosen oder Hechtrosen.

Legen sie einen Präriegarten oder Steppengarten mit Gräsern, Wolfsmilchgewächsen und Bartiris an. Ist Ihr Boden fett und lehmig, dann wühlen Sie nach Herzenslust im Katalog des Rosenzüchters David Austin. Wenn Sie versuchen, den Standort ihren Willen aufzuzwingen, haben Sie immer Arbeit.

2 Vielfalt als Gestaltungsprinzip!

Mischkultur hält den Garten fit. Gute Nachbarn kommen nicht aus derselben Familie. Doldenblütler wie Fenchel oder Dill sollten nicht neben andern Doldenblütlern wie Möhren stehen, sondern neben einer anderen Pflanzenfamilie, etwa Lauchgewächsen wie Knoblauch oder Zwiebeln. Haben Sie schon Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen im Gemüsebeet, dann verzichten sie auf andere Leguminosen wie Erbsen oder Linsen, nehmen Sie stattdessen Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen, Chili oder Paprika. Sie können auch Kreuzblütler wie Kohl oder Radieschen dazu gesellen. Hauptsache keine weiteren Vertreter derselben Familie oder Unterfamilie. Vielfalt verwirrt die Schädlinge, und laugt den Boden nicht einseitig aus. Mischen sie Blumen wie Kosmeen und Ringelblumen (beide Korbblütler) dazu. Das lockt Bestäuber ins Beet.

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3 Verzicht (teilweise) auf Rasen!

Wiese statt Rasen. Rasen ist häufig ein Männerding. Zumeist sind es die Männer, die vertikutieren, aerifizieren, düngen, kalken, sanden, säen und mähen. „Wer hat den Grünsten?“ ist dann der Wettstreit unter den Nachbarn. In heißen Sommern wässern Sie ihren Rasen, und hätscheln ihn, als läge er auf der Intensivstation. Dann stellen Sie nämlich fest, dass sie ihn kaum werden grün halten können, es sei denn, sie investieren ein Vermögen in Gießwasser. Meine kaum gewässerte, selten gemähte Kleewiese ist auch im Hochsommer grün, wenn es überall sonst längst braun geworden ist.

4 Abschied von den Mickerlingen!

Wir hegen die Pflanzen, die nicht wachsen wollen und hacken auf den starken mit dem Spaten herum um sie klein zu halten. Würden wir die vor sich hin dümpelnden Gewächse, die dauernd etwas von uns wollen entfernen, würden wir uns das Gartenleben extrem vereinfachen. Die starke Nachbarin schließt die Lücke und das Pflegekind wächst an einer andern Stelle besser.

5 Lassen Sie sich nicht verführen!

Unendlich viele Dünger und unzählige verschiedene Erden buhlen in Gärtnereien und Baumärkten um Aufmerksamkeit. Lassen Sie sie buhlen. Wichtig: kaufen Sie torffreie Produkte, in Zeiten des Klimawandels müssen unsere Moore als CO₂-Speicher erhalten bleiben. Teilen Sie ihre Gartenpflanzen in Gruppen mit denselben Ansprüchen ein. So benötigen Sie für alle Pflanzen, die es sauer mögen nur eine Erde, ob Hortensien- Rhododendron- oder Blaubeererde, ist völlig egal, eine saure Erde passt für allen diese Moorbeetpflanzen. Für die Dünger gilt dasselbe. Pflanzen, die Früchte bilden, benötigen etwas mehr Kalium, ob das nun ein Beerendünger, ein Tomatendünger oder ein Obstdünger ist, ist völlig egal. Was Sie sicher nicht brauchen, ist für jede Pflanze einen eigenen Dünger oder eine eigene Erde.

6 Seien Sie ein guter Gastgeber!

Es ist doch eigentlich ganz einfach in Ihrem eigenen Garten. Ein guter Gastgeber überlegt sich, was seine Gäste gerne mögen und bietet ihnen das dann an. Wollen Sie zum Beispiel Schwalbenschwänze und Streifenwanzen in ihrem Garten, dann pflanzen Sie Doldenblütler. Sie kommen dann ganz von allein an den Tisch und fühlen sich bei Ihnen wohl.

7 Lassen Sie etwas stehen oder liegen!

Alles, was aus dem Garten kommt, sollte möglichst wieder im Garten verwendet werden. Zerkleinern Sie Laub und lassen Sie es in den Beeten als Mulch liegen. Kahle Erde, die dem Wetter ungeschützt ausgesetzt wird hört auf zu leben. Der Garten macht Ihnen Geschenke, er ist Teil eines großen Kreislaufes. Es macht keinen Sinn im Herbst alles hinaus zu fegen und dann durch Zukäufe künstlich zu ersetzen.

Im Wald fegt doch auch keiner! Die Mikroorganismen können arbeiten, Humus entsteht. In die Totholzhecke ziehen Nützlinge wie Igel und Eidechse ein und helfen bei der Schädlingsbekämpfung! Lassen Sie im Herbst die Stauden stehen, es gibt nichts, was im Herbst zurück geschnitten werden muss.

Die Insekten brauchen Versteckmöglichkeiten in hohlen Halmen, die Vögel Nahrung aus den Samenständen und der Schnee braucht Landeplätze.
homa