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Bad Cannstatt: Zwischen Kunst und Kurpark

Von der Altstadt zum Neckarufer: Historische Gebäude treffen auf lokale Geschäfte, Kunst, Gastronomie und grüne Rückzugsorte 

Bad Cannstatt: Zwischen Kunst und Kurpark

Der Lilienfein-Garten, einst von Gottlieb Daimler in Auftrag gegeben, in Bad Cannstatt Höhe Taubenheimstraße. Foto: Lichtgut/Ferdinando lannone

Der Tag beginnt mit dem Duft frischer Backwaren. Eine Brezel, ein süßes Stückchen oder ein belegtes Brötchen bilden eine angemessene Grundlage für die kommenden Stunden. Bei Kaffee oder Tee lässt sich in Ruhe überlegen, wohin der erste Weg führen soll. Viel Planung braucht es allerdings nicht: In Bad Cannstatt ergibt sich manches einfach beim Gehen.

Ein guter Ausgangspunkt ist die Altstadt rund um den Marktplatz. Fachwerkhäuser, schmale Gassen und kleine Läden verleihen ihr einen eigenen Charakter. Am Vormittag geht es hier meist noch gelassen zu. Händlerinnen und Händler bereiten ihre Geschäfte vor, die ersten Besorgungen werden erledigt, und aus den Cafés dringt das Klappern von Tassen auf die Straße.

Zwischen Alltäglichem findet sich Raum für Kunst. Ein Besuch in einer Galerie oder einem Kunsthaus bringt neue Perspektiven in den Vormittag. Malerei, Grafik und Skulpturen laden dazu ein, genauer hinzusehen. Dafür ist weder kunsthistorisches Vorwissen noch ein besonderer Anlass nötig. Oft genügt ein Werk, das den Blick festhält und noch eine Weile im Gedächtnis bleibt.

Unternehmen aus der Region

Herzhafte Spezialitäten aus der Metzgerei zum Mittagessen

Anschließend führt ein Spaziergang weiter durch die Marktstraße und ihre Umgebung. Wer gern stöbert, entdeckt hier traditionsreiche Fachgeschäfte ebenso wie individuelle Angebote. Statt einer langen Einkaufsliste darf die Neugier entscheiden. Ein schön gestaltetes Schaufenster, ein handwerklich gefertigtes Stück oder ein freundliches Gespräch über Herkunft und Verarbeitung können den Stadtbummel bereichern.

Gegen Mittag meldet sich der Hunger. Für eine kleine Pause bieten sich herzhafte Spezialitäten beispielsweise aus der Metzgerei an. Ein warmes Tagesgericht, ein Imbiss oder Zutaten für ein späteres Vesper passen gut zu einem Tag, an dem niemand lange am Tisch sitzen muss. Gerade inhabergeführte Fachgeschäfte zeigen, wie eng Lebensmittelhandwerk und Stadtteilgeschichte miteinander verbunden sind.

Der Kurpark befindet sich mitten in Bad Cannstatt und ist damit die grüne Seele des Stadtteils. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Kurpark befindet sich mitten in Bad Cannstatt und ist damit die grüne Seele des Stadtteils. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Danach tut Bewegung gut. Der Weg kann hinunter an den Neckar oder in Richtung Kurpark führen. Unter alten Bäumen wird das Tempo automatisch langsamer. Bänke laden zum Innehalten ein, während Spaziergängerinnen, Familien und Läufer den Park auf jeweils eigene Weise nutzen. Übrigens: Der Kurpark verbirgt einen vergessenen Kulturschatz. Gottlieb Daimler beauftragte um 1890 den Stuttgarter Albert Lilienfein mit dem Bau eines Privatgartens. Die Reste liegen heute im Cannstatter Kurpark und laden zum Verweilen ein.

Auch die Mineralquellen gehören zu Bad Cannstatt. Sie erinnern daran, dass der Stadtbezirk weit mehr ist als Festplatz und Fußball. Die drei städtischen Mineralbäder, das Leuze, das Mineralbad Berg oder das Solebad Cannstatt am Kurpark, werden ständig mit frischem Mineralwasser gespeist. Die heilende Wirkung der Stuttgarter Heilquellen macht den Besuch fast schon zum Pflichtprogramm und lässt den Alltagsstress in den Hintergrund treten. Schon gewusst? Stuttgarter Mineralwasser ist ein Kulturerbe. Das dürfen andere Städte neidlos anerkennen.

Am Nachmittag darf eine süße Pause nicht fehlen. Ein Eis auf die Hand passt besonders gut zu einem sommerlichen Rundgang durch die Altstadt. Die wichtigste Entscheidung des Tages lautet dann vielleicht nur: eine vertraute Sorte oder eine neue Kombination? Mit der Waffel in der Hand lässt sich das Treiben beobachten, bevor noch Zeit für einen Abstecher ans Neckarufer, einen weiteren Schaufensterbummel oder einen Besuch im Stadtmuseum bleibt.

Wenn die Geschäfte schließen, kündigt sich der Abend in Bad Cannstatt an. Restaurants und Bars rund um die Altstadt bieten Gelegenheit, den Tag bei einem Essen ausklingen zu lassen. Die Auswahl reicht von schwäbischen Gerichten bis zu mediterranen Speisen, von kleinen Portionen bis hin zu einem ausführlichen Menü. Bei mildem Wetter füllen sich die Außenplätze – an kühleren Tagen sorgen behagliche Gasträume für eine entspannte Atmosphäre.

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Ein Glas Wein oder ein alkoholfreies Getränk setzt den Schlusspunkt. Dabei zeigt sich noch einmal, was einen Tag in Bad Cannstatt ausmacht. Zwischen der Brezel am Morgen und dem schwäbischen Abendessen, Kunst und Kurpark bleibt genügend Platz für spontane Entdeckungen. red