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DIE BESTEN ARBEITGEBER IN BADEN-WÜRTTEMBERG

DIE BESTEN ARBEITGEBER IN BADEN-WÜRTTEMBERG

Foto: www.peopleimages.com

Wenn alle an einem Strang ziehen, geht was vorwärts, läuft es in einem Unternehmen. In Baden-Württemberg setzen viele Firmen Maßstäbe in Sachen Arbeitskultur - vom Start-up bis zum Konzern. Sie punkten mit Innovationsgeist, Teamspirit und modernen Benefits. Der Südwesten rangiert bei der Wirtschaftskraft bundesweit mit vorne.

Sicher, sinnstiftend, standortnah!

Was macht Unternehmen attraktiv für Mitarbeitende? Klar ist: Es ist nicht nur die Zahl der Beschäftigten oder der Jahresumsatz. Auch kleinere Firmen und der Mittelstand bieten viele Vorteile.

Baden-Württemberg ist ein wirtschaftliches Schwergewicht - nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Republik. Rund 4,97 Millionen Menschen sind laut Statistischem Bundesamt hier sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die wichtigsten Branchen sind der Dienstleistungssektor, das produzierende Gewerbe sowie Handel, Verkehr und Gastronomie.

Klar ist hiermit: Der Südwesten ist wirtschaftlich breit aufgestellt. Zwischen Stuttgart und dem Bodensee prägen sowohl industrielle Kerne als auch urbane Dienstleistungszentren das Bild. Der Arbeitsmarkt ist vielfältig und anspruchsvoll. Da erscheint die Frage, was einen Arbeitgeber oder ein Unternehmen tatsächlich attraktiv macht, keine theoretische. Sie ist konkret, drängend und existenziell für viele Betriebe. Denn wer gute Leute will, muss mehr bieten als ein hohes Gehalt, einen höhenverstellbaren Schreibtisch und eine gute Kantine.

Eine bundesweite Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter etwa 5000 Beschäftigten liefert Antworten, auch für Baden-Württemberg. Der wichtigste Wunsch: Sicherheit. Mehr als 90 Prozent der Befragten geben an, ein Arbeitsplatz, der nicht von Abbau bedroht ist, sei ihnen wichtig. Interessant: Dieses Bedürfnis ist altersunabhängig stabil. Fast ebenso bedeutend ist die Möglichkeit, eigenes Wissen und können einbringen zu können. Auch hier liegt die Zustimmung bei mehr als 90 Prozent. Wer seine Fähigkeiten nicht nutzen darf oder in starren Strukturen feststeckt, zieht oft weiter. Da-nach folgen als Aspekt kurze Fahrtzeiten, was besonders in einem Flächenland wie Baden-Württemberg Gewicht hat.

Karriere hingegen spielt bei der Jobwahl eine geringere Rolle. Nur gut 20 Prozent halten Aufstiegsmöglichkeiten für entscheidend, etwa ein Drittel für „eher wichtig“. Damit liegt dieser Punkt am unteren Ende der Skala. Sehr bemerkenswert ist dieses Ergebnis der Erhebung: Mit zunehmendem Alter verliert der Aspekt eines möglichen Aufstiegs weiter an Bedeutung. Während bei den unter 30-Jährigen noch 77 Prozent Wert auf Karriere legen, sind es bei den über 55-Jährigen nur noch 38 Prozent.

Offenbar rückt mit dem Alter die Stabilität noch mehr in den Vordergrund. Das zeigt sich auch beim Thema Tarifbindung: Ältere Arbeitnehmer pochen deutlich häufiger auf tariflich geregelte Bedingungen - 77 gegenüber 60 Prozent bei den Jüngeren. Für die nachrückende Generation scheint das weniger ausschlaggebend zu sein. In der Studie wird jedoch vor simplen Generationenklischees gewarnt. Die Unterschiede seien eher Resultate unterschiedlicher Lebensphasen. Junge Berufsstarter setzen andere Prioritäten als Eltern oder Menschen kurz vor der Rente. Jüngere Beschäftigte wählen zudem häufiger die Antwort „eher wichtig“, ältere formulieren klarer. Das führt zu der Vermutung: Berufseinsteiger haben oft noch unsichere Erwartungen, sind offener für Wechsel und legen mehr Wert auf Betriebsklima oder Unternehmensimage. Aspekte, die in der Studie gar nicht abgefragt wurden.

Unternehmen aus der Region

Das klassische Instrument der Boni verliert an Relevanz

Ein weiteres zentrales Thema ist die Vergütung. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine leistungsbezogene Bezahlung, individuell oder im Team. Klassische Boni verlieren an Bedeutung, stattdessen gewinnt die teamorientierte Anreizstruktur an Gewicht. Das soll auch die Kooperationsbereitschaft fördern. Zwar gilt Tarifbindung als Indikator für gute Arbeitsbedingungen, in der konkreten Bewerbungssituation ist sie aber nicht immer entscheidend. Oft überzeugt eine marktgerechte Bezahlung stärker als das Versprechen auf einen Tarifvertrag - ein Hinweis an Personalabteilungen, die sich um qualifizierte Fachkräfte bemühen.

Auch das Geschlecht beeinflusst die Erwartungen. Frauen legen häufiger Wert auf kurze Wege und Sicherheit. Der Grund liegt nahe: Sie übernehmen oft den Großteil der familiären Sorgearbeit und müssen Beruf und Privatleben enger verzahnen. Außerdem wollen sie häufiger als Männer ihr Wissen einbringen - möglicherweise, weil Männer sich eher auf Positionen bewerben, für die sie nicht alle Anforderungen erfüllen. Oder weil sie andere Werte höher gewichten, etwa Status oder Einkommen,

Schließlich unterscheiden sich die Präferenzen von Führungskräften deutlich. Sie legen mehr Wert auf Entscheidungsfreiheit, leistungsbezogene Bezahlung und Karriere, weniger auf Tarifbindung oder Arbeitsplatzsicherheit. Wer führt, will gestalten und ist risikobereiter. Was lässt sich daraus ableiten? Der Arbeitsplatz der Zukunft ist sicher, flexibel, sinnvoll und individuell. Wer gute Leute gewinnen und halten will, muss ihnen Raum geben: zur Entfaltung, zur Mitgestaltung, zur Vereinbarkeit von Leben und Arbeit. Dabei gibt es kein allgemeingültiges Rezept oder ein Allheilmittel, wenn es nicht läuft.

Attraktivität entsteht nicht durch Standards, sondern durch passgenaue Angebote. Sie orientiert sich am Menschen, nicht an der Imagebroschüre. In Zeiten von Homeoffice stellt sich auch die Standortfrage neu Flexibilität bleibt der Schlüssel. Employer Branding beginnt nicht mit Slogans, sondern mit echtem Verständnis.                        red/rab