Angefangen hat die Erfolgsgeschichte des Degerlocher Frauenkreises mit den „Streitbaren Weibern von Degerloch“, wie der damalige Oberbürgermeister Dr. Klett die Gründungsfrauen nannte. Der Bürgerverein wird 1951 gegründet in einer Zeit großer Not. Wohnraummangel und wirtschaftliche Unsicherheit prägen den Alltag. Auf Initiative des damaligen US-Stadtkommandanten Hoover entsteht unter Agnes Kneher ein „Frauenkreis“, der zuhört, anpackt und Verantwortung übernimmt. Ziel ist es, öffentliche Aufgaben im Stadtbezirk Degerloch aktiv mitzugestalten und für die Menschen da zu sein.
Die „streitbaren Weiber von Degerloch“

Mit der Unterstützung des damaligen Bezirksvorstehers Wilhelm Staiber erstellt Agnes Kneher daraufhin eine Liste von über 40 Frauen und Männern (!) eine von ihnen war Helene Pfleiderer -, bei denen sie Bereitschaft und Interesse zur Mitarbeit erwartet.
Mit der Unterstützung des daBezirksvorstehers maligen Wilhelm Staiber erstellt Agnes Kneher daraufhin eine Liste von über 40 Frauen und Männern (!) eine von ihnen war Helene Pfleiderer -, bei denen sie Bereitschaft und Interesse zur Mitarbeit erwartet. Ein Teil davon versammelt sich auf Einladung von Staiber am 8. März 1951 zur 1. Sitzung im Sitzungssaal im Rathaus. In lebhafter Betriebsamkeit etablieren sie in der Folge einen Verein unter der Leitung von Agnes Kneher, der am 4. Sep-tember 1951 als „Degerlocher Frauenkreis“ eingetragen wird. Im Fokus stehen damals Themen wie das Zusammenwachsen der Gemeinschaft, Wohnbauprogramme, Infrastruktur, die Errichtung von Schulen und Versorgung von Familien.
Ein erster Erfolg: OB Klett fand eine Lösung für den überbordenden Lastund Autoverkehr in Degerloch, der Agnes Kneher ein Dorn im Auge war: Die damalige Tübinger Straße - heute Epplestraße - wurde zur Einbahnstraße. Nur einer der vielen Erfolge der „,Frauen der ersten Stunde“. Von Beginn an ist der Verein flexibel, nah an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und bereit, dort einzuspringen, wo Hilfe gebraucht wird. Schulen, Wald, Wochenmarkt, Schwimmbadbeim Aufbau eines lebenswerten Stadtteils haben „streitbaren Weiber von Degerloch“ entscheidend mitgewirkt. Erfolge, von denen die dieMenschen bis heute profitieren. Seither hat sich der Verein vielseitig weiterentwickelt und sich dem Wandel der Zeit immer wieder neu angepasst. Und der Fokus ist derselbe damals wie heute: Der Degerlocher Frauenkreis bringt sich dort ein, wo Unterstützung gebraucht wirdund sucht immer wieder neue Wege, Gemeinschaft zu gestalten.
„Die soziale Teilhabe und Unterstützung älterer Menschen machen einen großen Teil unserer Arbeit aus. Außerdem möchten wir mit generationenübergreifenden Projekten Alt und Jung wieder näher zusammenbringen. Durch unser vielfältiges Angebot an Kursen und Veranstaltungen sorgen wir für ein gutes soziales Miteinander im Stadtbezirk. In unserer Veranstaltungsreihe Gesprächsstoff geben wir mehrmals im Jahr Themen, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen, eine Plattform“, fasst Stefanie Konnerth, die Geschäftsführerin des De-verschiedene gerlocher Frauenkreises, die Arbeit des Vereins zusammen. Der Frauenkreis bietet den Degerlochern Quartiersprojekte und ein umfangreiches Angebot an Kursen und Veranstaltungen für Jung und Alt. „Unser gemeinnütziger Bürgerverein ermöglicht Alltagsunterstützung für ältere Menschen, Gesellschaft und soziale Teilhabe sowie ein buntes Programm für die ganze Familie“, so konnerth. Derzeit hat der Bürgerverein - der sich fast ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden trägt - knapp 1000 Mitglieder - davon ein Viertel übrigens männlich! Ein Team von neun festangestellten Mitarbeiterinnen kümmert sich um die Umsetzung der Projekte und Angebote, unterstützt von einem ehrenamtlichen Vorstands-Duo. Zusätzlich ist eine kostenpflichtige Nachbarschaftshilfe ein sehr bedeutender Teilbereich der Quartiersarbeit in Degerloch. Außerdem engagieren sich aktuell über 130Ehrenamtliche für den Degerlocher Frauenkreis e.V., ohne die das breite Angebot gar nicht möglich wäre. Kochen im WohnCafé, Betreuung der Gäste im Café Helene, das Leiten eines Angebots oder der Einsatz im Besuchsdienst - „Jede und jeder Einzelne ist ein unverzichtbarer Baustein für unsere Arbeit“, bekräftigt Konnerth.
Anlässlich des Jubiläumsjahres 2026 blickt der Verein mit neun Themenbereichen auf 75 Jahre zurück, gibt Einblicke in die Vereinsgeschichte, räumt auf mit Klischees, regt zum Nachdenken an und beleuchtet den Wandel von der Gründung bis zum heutigen Bürgerverein. „In diesem Jahr nehmen wir unser 75-jähriges Jubiläum zum Anlass, bei unserer Hockete am 17. September mit Freunden und Wegbegleitern zu feiern. Von 15 bis 20 Uhr gibt es ein geselliges Miteinander mit Kaffee, Kuchen und Getränkebar“, kündigt Konnerth an. Kurz nach der Hockete, am 23. September, präsentiert der Verein von 10 bis 15 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesprächsstoff“ die vierte Veranstaltung zum Thema „Demenzfreundliches Degerloch“ in der Alten Scheuer am Agnes-Kneher-Platz. Am 26. September geht es dann gleich weiter mit dem Kindersachenbasar im Helene-Pfleiderer-Haus. Am 8. Oktober findet zum dritten Mal die „Boutique Helene“ statt. Zum Abschluss öffnet am Samstag, 28. November, das altbewährte Waffelfenster seine Klappläden. Man sieht, der Degerlocher Frauenkreis bleibt in Bewegung!