Stuttgart Degerloch, das sind die fünf Stadtteile Degerloch, Haigst, Tränke, Waldau und Hoffeld. Hoch oben vom 1956 erbauten Fernsehturm, hinter dem die Architekten Fritz Leonhardt und Erwin Heinle stehen, ist man dem blauen Herbsthimmel nah, kann der Blick weit in die Ferne schweifen. Die Aussicht lässt es aber auch zu, jene Plätze zu entdecken, die erdgebunden einen Besuch wert sind.
So etwa einen der beliebtesten, tiefer gelegenen, Aussichtspunkte von ganz Stuttgart, den Santiago-de-Chile-Platz. In Gesellschaft einer Moai-Skulptur von den Osterinseln bietet sich ein wunderschönes Stadtpanorama.

Fahrt mit der Standseilbahn
Friedhöfe sind ein Ort der Trauer. Hier kann man aber auch zur Ruhe, zur Besinnung kommen. Auf dem Waldfriedhof, der einem großen Park gleicht, trifft man beim Spaziergang auf viele Persönlichkeiten von einst. Unter knorrigen Bäumen und an idyllisch gelegenen Stätten haben sie ihre letzte Ruhestätte gefunden und laden dazu ein, sich unterschiedlichster Gegebenheiten zu erinnern - wie etwa dem Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofs durch den Architekten Paul Bonatz, oder der Kunst von Oscar Schlemmer, dessen Triadisches Ballett in der Stuttgarter Staatsgalerie immer wieder überrascht. Ganz bequem wird der Weg zum Waldfriedhof, wenn man vom Südheimer Platz die Anfahrt mit der Standseilbahn wühlt und genießt.
Weinberge leben von der Sonne, ein Spaziergang entlang der Reben ist immer besonders. Wer kennt sie nicht, die Weinberge entlang des Neckars.
Aber wer weiß schon, dass sich auch in Degerloch ein Weinberg befindet? Der Scharrenberg zählt zu den kleinsten Einzelrebanlagen in Baden3,5 Hektar Württemberg Weinbergfläche in Südwestlage. Der idyllische Schimmelhüttenweg führt mittendurch und wartet bis hinab zum Marienplatz immer wieder mit einem beeindruckenden Panorama auf. Wer glaubt, Spaziergänge inmitten einer Wohnbebauung sei langweilig, war noch nicht in den Wohnlagen Waldau und Haigst unterwegs, die mit zu den teuersten Adressen zählen. Hier wie dort prägen alte Villen und so mancher beeindruckende Neubau das Bild, und sollten mal die Füße schmerzen, im Haigst verkehrt die Zacke.
Dörfliche Idylle und Ruhe
Kontrastprogramm dazu: die Kolonie Falterau. Die einstige Arbeitersiedlung wartet mit einer dörflichen Idylle und Ruhe auf, die man heute so nicht mehr kennt. Kein Wunder sind die Häuser, die einst Anfang des letzten Jahrhunderts für den kleinen Geldbeutel erbaut worden waren heute unerschwinglich, und ein Besuch dort lässt den Alltagsstress schnell vergessen.
Hier werden unter anderem Vogelführungen angeboten, man kann aber auch etwa zu einer Waldwanderung im Dunkeln aufbrechen.
red/Alber