Eine Stellenanzeige spricht Sie an - wie geht es nun weiter? Wichtig ist, sein Interesse an der zukünftigen Ausbildungs- oder Arbeitsstätte schon in den Bewerbungsunterlagen zum Ausdruck zu bringen. Dazu kann es ratsam sein, telefonisch einen ersten Kontakt herzustellen.
Oft werden im Stellenangebot die Ansprechpartnerin oder der Ansprechpartner im Unternehmen bereits genannt. Ist kein Kontakt angegeben, kann eine kurze Recherche auf der Unternehmenswebseite aufschlussreich sein, ansonsten gilt: einfach beim Unternehmen anrufen und fragen, wer für Bewerbungen zuständig ist. Tipp: Notizzettel und Stift bereitlegen und Wichtiges während des Telefonats aufschreiben. Fragen Sie genau nach, wie der Ansprechpartner heißt, also nach dem Vornamen und Nachnamen sowie der Position im Unternehmen, um die Unterlagen korrekt adressieren zu können. Tipp: Beim Namen darf man gerne genau nachfragen, zum Beispiel mit der Formulierung: „Ich möchte Fehler vermeiden, könnten Sie mir den Namen bitte buchstabieren?“
Die Bewerbungsunterlagen
Lesen Sie die Stellenanzeige aufmerksam durch und gestalten Sie Ihre Unterlagen, wie es dort verlangt wird. Bei Online-Bewerbungen sollten Sie sich genau an die Vorgaben halten, also zum Beispiel Zeugnisse und andere Unterlagen zu einer PDF-Datei zusammenfassen, falls dies erwünscht ist. Achten Sie auch auf die Dateigrößen. Tipp: Nicht immer wird aus der Stellenanzeige klar, wie Sie Ihre Unterlagen einreichen sollen. Bereiten Sie sich auf deshalb auf Online-Bewerbungen vor, indem Sie alle Unterlagen sowohl zusammengefasst in einer Datei als auch in Form einzelner PDF-Dateien zur Hand haben. Sie können dann je nach Anforderung reagieren und die passenden Dokumente an der richtigen Stelle hinterlegen.
Die Unterlagen müssen klar strukturiert sein und dürfen keine Fehler wie falsch geschriebene Namen oder Tippfehler enthalten. Tipp: Bitten Sie jemanden, die kompletten Unterlagen gegenzulesen.
Zu den Bewerbungsunterlagen gehören im Allgemeinen ein persönliches Anschreiben, ein Lebenslauf mit Foto, außerdem Zeugnisse, wie zum Beispiel Arbeitszeugnisse, Aus- und Weiterbildungsnachweise, Zertifikate, Seminarbescheinigungen, Nachweise über ehrenamtliche Tätigkeiten. Tipp für Bewehrungen per Post: Nie die Originale, sondern immer Kopien verschicken.
Mit dem Anschreiben stellen Sie sich vor. Es sollte deutlich machen, warum Sie sich auf die Stelle bewerben. Nutzen Sie eine klassische Schrift und nennen Sie im Briefkopf eine Telefonnummer, unter der Sie tagsüber erreichbar sind. Achten Sie beim Adressaten auf vermeintliche Kleinigkeiten wie die korrekte Unternehmensform. Beschreiben Sie im Text, wo Sie auf die Stelle aufmerksam geworden und warum Sie die oder der Richtige für die Stelle sind und was Sie dafür qualifiziert. Nicht vergessen: Ihre Unterschrift!
Der Lebenslauf
Der Lebenslauf sollte tabellarisch aufgebaut sein und keine zeitlichen Lücken haben. Beginnen Sie mit der aktuellen Situation und strukturieren sie ihn zeitlich absteigend. Auch hier: Unterschrift nicht vergessen! Erwartet der Arbeitgeber einen so genannten anonymisierten Lebenslauf, verzichten Sie auf das Foto und alle Angaben, die einen Rückschluss auf Ihr Geschlecht oder Ihre Herkunft zulassen. Sie können stattdessen Ihre Unterlagen um ein Deckblatt mit Foto ergänzen.
Das Bewerbungsfoto
Verwenden Sie ein professionelles Bewerbungsfoto, Selfies oder Urlaubsschnappschüsse sind hier unangebracht. Tipp: Wer keinen Computer hat, findet in den Berufsinformationszentren (BIZ) der Arbeitsämter Computer-Arbeitsplätze, an denen man Bewerbungsunterlagen erstellen und bearbeiten kann. Dort kann man zum Beispiel Dokumente einscannen, drucken oder auf USB-Sticks speichern.
Das Bewerbungsgespräch
Die erste Hürde ist genommen, Sie sind zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Eine gründliche Vorbereitung gibt Sicherheit: Informieren Sie sich rechtzeitig, wo und wie das Gespräch stattfindet. Beim klassischen Bewerbungsgespräch vor Ort: Klären Sie, wie Sie pünktlich zum Termin kommen: Wo ist die nächste Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel oder wo gibt es Parkmöglichkeiten? Wie lange werden Sie zu Fuß unterwegs ein? Bei Telefon- oder Video-Interviews: Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und testen Sie vorab, ob die technischen Voraussetzungen gegeben sind.
Bereiten Sie sich inhaltlich vor, indem Sie eine kurze Vorstellung Ihrer Person einüben: Was machen Sie aktuell, welche Stationen ihres bisherigen Werdegangs sind relevant? Mit guter Vorbereitung können Sie hier Stressfaktoren minimieren und treten selbstbewusst auf. Wählen Sie Kleidung, in der Sie später auch arbeiten werden. Je nach Tätigkeit kann das Kostüm oder Anzug, aber auch eine saubere Jeans sein. Tabu sind jedoch allzu lässige Freizeitlooks.



Verschiedene Phasen
Im Allgemeinen besteht ein Vorstellungstermin aus verschiedenen Phasen: Aufwärmen und erstes Kennenlernen - hier geht es darum, einen ersten Eindruck zu gewinnen. Häufige Themen sind die Anreise oder unverfängliche Small-Talk-Themen wie das Wetter. Nach der Aufwärmphase geht es um Ihre Person, Ihre Qualifikation und Ihre Motivation. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie typische Fragen beantworten können - dazu gehören: Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Was sind Ihre Schwächen und Stärken? Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Wo sehen Sie sich in einigen Jahren?
Aktiv Fragen stellen
Zeigen Sie Interesse, indem auch Sie aktiv Fragen stellen. Das können konkrete Fragen zu Ihrer Tätigkeit, aber auch allgemeine Fragen zum Unternehmen sein. Machen Sie deutlich, dass Sie sich bei Ihrer Vorbereitung mit dem Unternehmen und ihrer zukünftigen Tätigkeit beschäftigt haben. Zum Abschluss des Gesprächs werden häufig organisatorische Dinge geklärt. Hier können Sie zum Beispiel höflich nachfragen, bis wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.
Von Andrea Veyhle