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Dach und Wände auf Schäden kontrollieren

Kommt der Frühling, hinterlässt der Winter meist seine Spuren: Ein Grund, das Haus genauer zu inspizieren - von außen und von innen. Worauf es ankommt, um Kosten und Folgeschäden zu vermeiden.

Dach und Wände auf Schäden kontrollieren

Frühjahrs-Check fürs Haus: Risse, Feuchtigkeit, Dach & Dämmung im Blick behalten. Foto: picture alliance/dpa

Über den Winter können am Gebäude Schäden entstehen – etwa durch Frost und durch Stürme. Es lohnt sich daher im Frühling, die Fassade genauer unter die Lupe zu nehmen. Am besten achten Eigentümer auf Risse und Spalten am Mauerwerk sowie feuchte und undichte Stellen. Solche Probleme sollten sie zeitnah beseitigen, falls sie fündig werden.

Dach und Dämmung überprüfen

Denn wer Schäden früh erkennt, kann häufig viel Geld sparen. Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt dazu: „Kleine Mängel entwickeln sich schnell zu größeren Problemen, wenn sie über den Frühling und Sommer unbeachtet bleiben.“ Und dann kann es schnell teuer werden.

Wichtig ist, dass man nicht nur die Fassade prüft. Eigentümer sollen auch das Dach und die Dämmung kontrollieren, rät Verbraucherschützer Jahn. Gerade dort können undichte Stellen fatale Folgen haben.

Kälte und Frost können einem Gebäude zusetzen. Doch ebenso können altersbedingte Schäden auftreten. Tauchen größere Schäden auf, die eine Reparatur erfordern, sollten Eigentümer darüber nachdenken, ob sie die Arbeiten mit nötigen Modernisierungsarbeiten kombinieren – etwa Fenster tauschen oder nachträglich eine Wand oder das Dach dämmen. Das sei sinnvoll, denn so könne man nicht nur Heizkosten in der kalten Jahreszeit sparen – ein gut gedämmtes Gebäude bleibe im Sommer auch kühler.

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Auch Innenräume kontrollieren

Beim Check im Frühling lohnt es sich auch, die Innenräume, genau unter die Lupe zu nehmen. Gerade in Ecken und an kühlen Außenwänden, die schlecht oder gar nicht gedämmt sind, kann sich nämlich Schimmel bilden. Dort kühlt die Luft meist ab. "Sammelt sich dann zum Beispiel noch Feuchtigkeit hinter einem Schrank, können bereits nach einer kalten Woche Schimmelpilze entstehen“, erklärt Ingo Wagner von der Verbraucherzentrale NRW.

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In jedem Fall ist es wichtig, besonnen und überlegt zu reagieren, wenn man Schimmel entdeckt, rät Wagner. Das eine sind Sofortmaßnahmen: Ist etwa ein undichtes Dach die Ursache, kann man mit einem Eimer das eindringende Wasser vorübergehend auffangen. Das andere Ziel ist es, eine langfristige Lösung zu finden und die Schäden fachgerecht zu beheben,

Nicht immer lässt sich die Ursache sofort finden. Wurde ausreichend geheizt und gelüftet, müssen andere Gründe vorliegen. Schimmel kann auch ein Zeichen für unentdeckte Wasserschäden sein – wie eine undichte Wasser- oder Heizungsleitung. Manchmal tritt auch von außen unbemerkt Feuchtigkeit ins Haus ein.

Bei Schimmel besonnen vorgehen

Schimmel kann nicht nur der Gebäudesubstanz schaden, sondern auch der Gesundheit. Daher sollte man den Kontakt möglichst minimieren und das Problem zeitnah angehen.

Eine Eigenbehandlung ist nur bei kleinen Schäden vertretbar, so Schimmelexperte Wagner. Mieter müssen, bevor sie Maßnahmen ergreifen, übrigens Rücksprache mit dem Vermieter und der Hausverwaltung halten.

Liegen größere Schäden vor, sollte man sich, Schimmelexperte Wagner zufolge, Unterstützung von Bausachverständigen oder einer spezialisierten Fachfirma holen. Sie kann bei der Analyse der Ursachen und der Schimmelsanierung helfen. Ist eine Fläche von mehr als einem halben Quadratmeter betroffen, rät der Schimmelexperte: den Raum bis zur Sanierung möglichst nicht nutzen. Sollte dies nicht möglich sein, muss man verstärkt lüften. Unter Umständen kann man die Stelle vorübergehend mit luftdichter Folie abkleben.

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Rechtliche Beratung holen und Schaden dokumentieren

Bei Schimmel bestehen Informationspflichten. Eigentümer müssen ihre Gebäudeversicherung und die Hausverwaltung verstehen. Geht es um einen Neubau, sollte man das Bauunternehmen kontaktieren, so die Verbraucherzentrale NRW.

Übrigens: Mieter sind dazuverpflichtet, den Vermieter oder die Hausverwaltung über Schimmel zu informieren und beim Beheben mitzuwirken - auch wenn kein eigenes Verschulden vorliegt. Grundsätzlich ist der Eigentümer für die Beseitigung verantwortlich.

Schimmel kann es bei schnell um die Schuldfrage gehen. Um eine spätere rechtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, sollte man sich vor weiteren Schritten Rechtsrat einholen, etwa bei einem Eigentümerverband oder Mieter bei einem Mieterverein, raten die Verbraucherschützer.

Tipp: Den Schaden sorgfältig mit Fotos dokumentieren. Zudem sollte man aufschreiben, wann und wo man den Schaden festgestellt hat. Genauso, ob es vorher besondere Umstände gab – etwa starken Regen und Wind.


Die Tücken des Flachdachs

Bei Abdichtung des Flachdachs auf Gewährleistung und verbaute Materialien achten.

Wer ein Eigenheim mit Flachdach baut oder saniert, will sicher sein, dass die Abdichtungen des Daches und deren Systemkomponenten 35 bis 40 Jahre ihren Dienst tun.

Doch hierauf können private Bauherren sich nicht immer verlassen. „Bei den Materialien, aus denen die Dachabdichtungsbahnen bestehen, hat es im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zwar Fort-schritte gegeben“, so die Erfahrung von Andreas Garscha, der das Regionalbüro Stuttgart des Verbands Privater Bauherren e. V. (VPB) leitet.

„Doch deutlich schlechter geworden ist die Verarbeitung – nicht selten werden schlicht auch DIN-Normen missachtet.“ Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Dachabdichtungsbahnen zu einem deutlich früheren Zeitpunkt Schäden aufweisen – wenn man vorher nicht genau hinschaut.

„Die Gewährleistung beläuft sich in der Regel auf fünf Jahre, in seltenen Fällen sind es auch mal zehn Jahre“, weiß Garscha. „Private Bauherren, die sicher sein wollen, dass ihr Flachdach wie erwartet über Jahrzehnte intakt bleibt, sollten deshalb einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen, der die Qualität des Materials und der Verarbeitung beurteilen kann.“

Ein professioneller Blick auf die in den Abdichtungsbahnen verbauten Materialien empfiehlt sich, weil diese im schlimmsten Fall auch Schäden an unerwarteten Stellen verursachen können. „Sind in den Bahnen Säuren enthalten, werden diese voraussichtlich vom Regen ausgewaschen“, erläutert Garscha. „Dies kann zur Folge haben, dass Entwässerungsanlagen aus Metall innerhalb weniger Jahre korrodieren.“

Von dpa