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KAMO GmbH Steinheim Toranlagen Jubiläum: Vom Dreher zum Familienbetrieb

Der Spezialist für Tor- und Zaunanlagen blickt auf 40 Jahre Unternehmensgeschichte mit regionaler Verwurzelung, Industrieprojekten, Familiennachfolge sowie Planung, Montage, Wartung und 24-Stunden-Service zurück.

KAMO GmbH Steinheim Toranlagen Jubiläum: Vom Dreher zum Familienbetrieb

ra Inhaber Karl-Heinz Moosmann (Mitte) ist immer noch ein gefragter Ratgeber, hier mit seinen beiden Söhnen und Geschäftsführern Steffen Höfler (li) und Jens Moosmann (re). Foto: Ingo Nicolay

Dass ausgerechnet ein gewonnener Gerichtsprozess am Anfang einer Firmengeschichte steht, ist selten. Bei Karl-Heinz Moosmann war es genau so. Vor 40 Jahren gründete der gebürtige Schwarzwälder in Steinheim an der Murr die Firma KAMO Kran- und Toranlagen GmbH – heute KAMO Tor- und Zaunanlagen GmbH. Was als kleiner Handel mit Industriekranen begann, ist inzwischen ein Betrieb mit 20 Mitarbeitern geworden, rund drei Millionen Euro Umsatz und Kunden von Colmar (France), Marseille und Paris – wo KAMO Tore für LIEBHERR-Service-Stationen einbaute – bis Moskau, wo er für einen Stuttgarter Investor 14 Rolltore in einer Waschanlage lieferte.

Auf Umwegen zum Metier

Karl-Heinz Moosmann, heute 80 Jahre alt, verheiratet, Vater einer Tochter und eines Sohnes sowie zweier Stiefsöhne, kam beruflich auf Umwegen zu seinem Metier. Geboren wurde er in Lauterbach im Schwarzwald.

Dort hat er im Betrieb seines Vaters den Beruf des Drehers erlernt. Mit 25 Jahren zog es ihn nach Stuttgart, wo er zum Industriekaufmann umschulte und in Abendkursen auf der VWA den Betriebswirt und Fachwirt für Marketing absolvierte. Er hat es zum Verkaufsleiter für Industriekrane bei einem namhaften Unternehmen gebracht. In dieser Zeit ereignete sich der Vorfall, der sein Leben verändern sollte: Ein von ihm verkaufter Industriekran beschädigte ein Industrietor. Es kam zum Gerichtsprozess – an dessen Ende Moosmann vollumfänglich wurde. Ursache des Schadens war, wie sich herausstellte, ein Planungsfehler des Architekten. freigesprochen

Gründung im Jahr 1986

Immer ein freundlicher Empfang bei der KAMO GmbH: Lucy Pluhar (Bildmitte) und Steffen Höfler (links) im Kundengespräch. Foto: Ingo Nicolay
Immer ein freundlicher Empfang bei der KAMO GmbH: Lucy Pluhar (Bildmitte) und Steffen Höfler (links) im Kundengespräch. Foto: Ingo Nicolay

Bemerkenswert war, was danach geschah: Das Vertrauen des Auftraggebers in Karl-Heinz Moosmann war trotz des Prozesses so groß, dass dieser ihm den Auftrag für die Erneuerung der beschädigten Tore gab.

„Wenn ich schon in so einem Fall mit Industrietoren Geld verdienen kann, ist das die Chance für mich, und ich mache mich mit Industrietoren selbstständig“, sei ihm damals klar geworden, erinnert sich Karl-Heinz Moosmann. 1986 gründete er sein Unternehmen in Steinheim an der Murr. Karl-Heinz Moosmann war zu jener Zeit nebenbei Fußball-Spielertrainer im Remstal, und seiner damaligen Ehefrau erschien Steinheim an der Murr weit genug entfernt, damit ihr Mann wieder mehr Zeit für die Familie hätte. Aus dem Ein-Mann-Gewerbe, begonnen im Hobbyraum seines Wohnhauses, wurde ein Betrieb, der heute 20 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 8 Monteure. Rund drei Millionen Euro setzt KAMO im Jahr um – zur einen Hälfte mit dem Verkauf neuer Toranlagen, zur anderen mit Wartung und Reparatur. Später kam mit Zaunanlagen ein zweites Standbein hinzu. Das Absatzgebiet ist Baden-Württemberg.

Unternehmen aus der Region

„Unsere Stärke liegt darin, dass wir die Tore nicht nur verkaufen. Wir planen, bauen sie ein und übernehmen die Wartung und Reparatur, auch bei Fremdfabrikaten. „Auf unseren 24-Stunden-Notdienst sind wir besonders stolz“, bringt Karl-Heinz Moosmann das Geschäftsprinzip Punkt. auf den Rund 80 Prozent der Kundschaft kommen aus der Industrie, hinzu kommen auf Hallenbau spezialisierte Architekturbüros und Stahlbauunternehmen. Die Referenzliste liest sich beachtlich: Liebherr in Colmar gehört ebenso dazu wie ein Großauftrag für eine Autowaschanlage in Moskau, bei dem ein Investor gezielt auf Moosmann zukam. Aber auch große Firmen wie Bosch, Mahle, Würth, Züblin, W&P und Getrag sind Kunden mit regelmäßigen Aufträgen. In der Region hat die Firma KAMO Spuren hinterlassen, die viele kennen dürften, ohne es zu wissen: Die Feuerwehr Marbach am Neckar vertraut mit 15 Toren ebenso wie die Feuerwehr in Schwäbisch Hall mit 32 Toren auf die Qualität aus Steinheim. Beim Marbacher Bauhof wurden erst letzten Monat 13 Tore eingebaut.

Unternehmen aus der Region

GAZI wiederum verlässt sich auf 300 Meter Zaun mit Schiebetore-Anlage. Beim Kaufland in Ludwigsburg lieferte KAMO mit 19 Metern Breite eines der größten Rolltore, die das Unternehmen eingebaut hat.

Zuverlässigkeit und Schnelligkeit

Nach eigener Aussage ist es vor allem eine Mischung aus Zuverlässigkeit und Schnelligkeit, die den Betrieb über vier Jahrzehnte getragen hat. „Ich habe immer versucht, so preiswert wie möglich zu liefern“, sagt Karl-Heinz Moosmann. Zur Philosophie gehört auch Flexibilität: Nicht selten habe der Kunde nach einem Kundengespräch am Vorabend das fertige Angebot schon am nächsten Morgen vorliegen gehabt und KAMO wurde wegen der Schnelligkeit beauftragt. Die Zukunft des Unternehmens ist längst geregelt. Bereits vor sieben Jahren übergab Karl-Heinz Moosmann die Geschäftsleitung an seinen Sohn Jens und seinen Stiefsohn Steffen Höfler. Die Aufgaben sind klar verteilt: Steffen Höfler verantwortet das Neuanlagengeschäft, Jens Moosmann kümmert sich um Reparatur und Wartung der verkauften Toranlagen. Der Senior selbst ist immer noch Inhaber, dem Unternehmen verbunden, hat sich aber aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Geblieben ist Karl-Heinz Moosmann auch seine Leidenschaft für den Fußball, die einst indirekt zur Standortwahl in Steinheim geführt hatte. Als Sponsor seines Heimatvereins im Schwarzwald, den Kickers 09 Lauterbach, ist sein Name in der dortigen KAMO-Arena bis heute präsent. In seinem Heimatverein war Karl-Heinz Moosmann von 2014 bis 2018 Vorstandsvorsitzender, um den Verein in einer schwierigen Phase wieder auf Kurs zu bringen. Zum runden Jubiläum blickt der Firmengründer vor allem nach vorn. Sein Wunsch für die Zukunft ist unaufgeregt und persönlich zugleich: „Ich wünsche mir, dass meine Söhne und Enkel, das Unternehmen kontinuierlich fortführen, wachsen und gedeihen lassen. Nach 40 Jahren, in denen aus einem Gerichtsprozess ein Familienunternehmen wurde, klingt das nicht nach einem unrealistischen Wunsch. www.kamo-tore.de

Von Ingo Nicolay