Die Stuttgarter Kickers werden 125 Jahre alt. Ein Blick zurück und voraus auf die wechselvolle Historie.
An diesem Samstag, 21. September, tritt die Mannschaft in der Regionalliga Südwest zuhause gegen den FSV Frankfurt an. Nach der Niederlage gegen Tabellenführer Kickers Offenbach ist für die Blauen gegen den Tabellenvierten Wiedergutmachung angesagt. Ein Heimsieg beim punktgleichen Kontrahenten wäre das schönste Geschenk für den Verein und alle Fans. Und doch kommt dem Spiel eine besondere Bedeutung zu. Mit der Partie gegen die Frankfurter feiert der Traditionsverein seinen 125. Geburtstag. Die Begegnung wird so auch ein Rückblick auf mehr als ein Jahrhundert Geschichte voller sportlicher Höhepunkte, aber auch bitterer Rückschläge.
Aus rot wurde blau/weiß
Der SV Stuttgarter Kickers entstand am 21. September 1899 aus dem Cannstatter Fußball-Club. Dieser wandte sich dem Rugby-Sport zu. Aber eine Gruppe junger Männer stand mehr der Sinn nach Fußball und Leichtathletik. So wurde der FC Stuttgarter Kickers gegründet. Die Cannstatter Vereinsfarbe rot wurde eliminiert und ersetzt durch blau/weißs. Bis heute die Farben der Kickers.
Zu Anfang waren nur die Abteilungen für Fußball und Leichtathletik Bestandteil des Vereins. Bereits in den Jahren 1913 und 1914 folgten dann schon die Gründungen der Hockey- und der Schiedsrichter-Abteilung. Im Jahr 1934 kam Tischtennis sowie 1998 eine eigene Fanabteilung hinzu.
500 Meter über dem Meeresspiegel
Ein fester Bestandteil der Vereinsgeschichte ist das Gazi-Stadion auf der Waldau, wo die Stuttgarter Kickers seit Jahrzehnten ihre Heimspiele austragen. Das Stadion, unterhalb des Stuttgarter Fernsehturms gelegen, ist für viele das wichtigste Symbol für die Identität des Vereins.
Die Anlage liegt lediglich 200 Meter neben dem Fernsehturm und fasst 11 408 Zuschauer (davon 2211 überdachte Sitzplätze und 4845 überdachte Stehplätze). Mit seiner Lage knapp 500 Meter über dem Meeresspiegel ist das Stadion eines der höchstgelegenen Deutschlands. Und es ist das älteste Stadion in Deutschland, in dem noch Fußball gespielt wird. Seit 1905, dem Jahr der Einweihung, trägt die Fußballabteilung der Stuttgarter Kickers dort ihre Partien vor eigenem Publikum aus. Kein anderer deutscher Fußballverein trägt seine Heimspiele so lange am selben Ort aus. Aber: Während ihrer Zeit in der Ersten Bundesliga (1988/89 und 1991/92) mussten die Kickers mit ihren Heimspielen aus Sicherheitsgründen in das damalige Neckarstadion und 2014 während e des Umbaus in das Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen ausweichen.
Eine Vielzahl an namhaften Fußballern stand in der Vergangenheit für die Kickers e auf dem Platz. So traten unter anderem Jüre gen Klinsmann, Fredi Bobic, Walter Kelsch und Karl Allgöwer für die „Blauen“ an. Auch Jonathan Akpoborie, Guido Buchwald oder Siegfried Kronenbitter gehören dazu.
www.stuttgarter-kickers.de
DIE SPORTLICHE BILANZ
→ 1899 Vereinsgründung
→ bis 1945 u. a. Gauliga Württemberg
→ bis 1963 Oberliga Süd und Zweite Liga Süd
→ 1963 bis 1974 Regionalliga Süd
→ 1974 bis 1981 Zweite Liga Süd
→ 1981 bis 1988 Zweite Bundesliga
→ 1988/89 Bundesliga
→ 1989 bis 1991 Zweite Bundesliga
→ 1991/92 Bundesliga
→ 1992 bis 1994 Zweite Bundesliga
→ 1994 bis 1996 Regionalliga Süd
→ 1996 bis 2001 Zweite Bundesliga
→ 2001 bis 2008 Regionalliga Süd
→ 2008/09 Dritte Liga
→ 2009 bis 2012 Regionalliga Süd
→ 2012 bis 2016 Dritte Liga
→ 2016 bis 2018 Regionalliga Südwest
→ 2018 bis 2023 Oberliga Baden-Württemberg
→ 2023 Regionalliga Südwest

Tore unterm Turm
Der Stuttgarter Fernsehturm und das Gazi-Stadion auf der Waldau - zwei Traditionsstätten, die nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind.
Foto: Baumann